Bericht der Aktivriege
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Der Sonntag, 30. Mai 2010 war wohl ein Tag, den wir nicht so schnell wieder vergessen werden. Die Kantonalen Meisterschaften in „Biel-Benken“ begann mit einem herrlichen Wolkenbruch, so dass der Treffpunkt in die Dreifachturnhalle von Therwil verschoben wurde.
Einmal alle eingetroffen, konnten die Mädels des Schulstufenbarren beginnen sich einzuturnen. Es ging nicht lange und eine WC-Pause musste eingelegt werden. Nach Konzentrations- und Spannungsübungen konnten wir in die Wettkampfhalle und starten. Bei der ersten Musikprobe stieg die Spannung spürbar, einen bangen Blick zur Nachbarin und viele gedruckte Daumen auf der Tribüne. Der Start erfolgte.
Nach dem Turnen waren wir alle sehr stolz auf unsere Glanzleistung an den drei Barren.
Doch wir konnten uns nur kurz freuen, denn als wir die Note des Schulstufenbarren erfahren hatten – 9.25 – mussten die Mädels, die neben dem Barren auch Schaukelring turnten, schnell die Kleider wechseln, da die Versammlung fürs Ringturnen schon bald statt fand.
Musikprobe und Start…
Diese vierfach verdrehte und falschherum angestoßene Übung ließ jedem Frenkendörfer die Ohren vor Scham erröten (8.00). Jeder hütete sich die Klappe zu weit aufzureißen, denn selbst an den schlechtesten Tagen war sie besser geturnt worden als jetzt.
Die Hoffnung auf den Final wurde mit dieser Darstellung zunichte gemacht.
Und die Überraschung übergroß und fast nicht zu glauben, als wir erfuhren, das wir mit Schulstufenbarren und !Schaukelring! ins Finale gekommen waren.
Also gut… den Hot Dog der noch vor zwei Minuten in der Hand war, wurde schnell verschlungen und das Bier, das darauf wartete bestellt zu werden, musste noch eine Runde aussetzten, bekanntlich tut es nicht gut mit einem Bierbauch zu turnen.
Die Angst uns ein weiteres Mal zu blamieren war groß, und die Nervosität stieg immer mehr.
Keine Musikprobe, doch das grandiose „Zige Zage Hoy! Hoy! Hoy! – TV Frenkendorf!“ verdrängte die schlechte Aura… und die Übung konnte sich zeigen lassen.
Zwar reicht diese Leistung nicht für das Podest (8.15), aber unsere Ehre war gerettet. Sogar einzelne Kampfrichter zogen den Hut vor Hitsch, da er mit den Knien abstoßen musste und die Übung trotzdem vollständig turnte.
Und schon wieder blieb fast keine Zeit sich zu freuen, denn die Mädels mussten sich ein weiteres Mal umziehen und nach Biel – Benken fahren, um ein zweites – für einige auch ein viertes Mal – zu turnen.
Diesmal war das Einturnen von wellenartigen Übungen durchzogen. Um uns wach zu halten, begannen wir ein berühmt – berüchtigtes Spiel zu spielen. Doch wieder in der Warteschleife fielen uns die Augen wieder zu, so dass wir uns wie Zopfteig massieren und klopfen ließen.
Noch einmal die Turnkleiderhaltung überprüfen und die Löcher in den Strümpfen beschimpfen und dann los… wir konnten endlich starten.
Keine Musikprobe, keinen Motivationsspruch. Ein böser Blick eines Wertungsrichter, und Silvia schluckte nur noch trocken und verzog das Gesicht zu einem Grinsen – ob das reicht?
Und dann… was ist passiert? Was schon fertig? Wahrhaftig!
Und die Freude war groß. Super Übung, keine Fehler. Die Wellenübungen mussten eine einzigartige Auswirkung auf uns gehabt haben.
Nach dem Turnen konnten wir, d. h. die Mädels – die Jungs waren schon lange dran – endlich das langersehnte Bier genießen.
Doch kaum war die Festbank angewärmt, jagte uns eine körperlose Stimme wieder auf und trieb uns wie eine Kuhherde auf den roten Platz..
Nach endlosem warten wurden wir endlich dazu eingeladen uns auf dem Feld für die Rangverkündigung nieder zu lassen.
Als die Danksagungen vorüber waren, erfreuten wir uns über einige sehr gut platzierte Frenkendörfer – Kugelstoßen: 1. Rang, Senioren (10.12m/9.10Pt) / Steinstoßen: 3. Rang, Frauen (5.753m/8.22Pt) und Männer (7.222m/8.22Pt) – und jedes Mal brach der Jubel der Blauen aus. Die Spannung stieg trotz des Benkemer Schum Wy, der in den Pokalen rumgereicht wurden.
Und dann wurde verkündet, wer die Plätze des Vereinturnens belegen würde. Der 3. Platzt wurde Wintersingen zugewiesen. Zweifel stieg in uns auf; waren wir so schlecht. Rang Nr. 2 fiel auf Gelterkinden. Unsere Herzen schlugen schneller als jeder Trommelwirbel, die Hände zitterten und neue Schweißflecken entstanden auf den Hosen…
„Und Rang 1 geht an Akt…“ mehr hörten wir nicht mehr. Das Schreien, ohrenbetäubender als jeder Donnerschlag, ließ schier den Redner verstummen (9.53 Punkte).
Der Buschauffeur wird diese Fahrt nach Muttenz wohl nie vergessen, denn der Chor unseres Vereines zeigte sich von der besten Seite. Und nach einem Dankeschön an den Chauffeur verabschiedete er sich ebenfalls von uns.
Und nach einer sehr starken Teamarbeit im Zug auf der Heimreise, genossen wir im Bahnhöfli in Frenkendorf noch ein feines Znacht, um den Tag zu vervollständigen.
Cécile Sartoretti, Aktivriege